Akademie Schönbrunn
Lernen ist Veränderung
 



"Welche Bedingungen braucht die Schule der Zukunft?" Martin Güll, Mitglied des Bayerischen Landtages, ehemaliger Rektor der Hauptschule Indersdorf




"Welche Bedingungen braucht die inklusive Schule?" Prof. Dr. Ulrich Heimlich, LMU München




"Konzeption Heilpädagogik in Regelschulen" Michael Kreisel, Schulleiter der Fachakademie für Heilpädagogik




"Welche Bedingungen brauchen Schüler und Eltern?" Gerhard Grüner, Verein Gemeinsam leben, gemeinsam Lernen


Fachtag 2008:
Heilpädagogik in Regelschulen

Wie kann sich eine "Schule für alle" von der Heilpädagogik inspirieren lassen?
Wie könnte das Arbeitsfeld von Heilpädagogen in Regelschulen aussehen?
Diese und andere Fragen stellte sich am 8.11.2008 der diesjährige Fachtag der Fachakademie für Heilpädagogik. Der Fachtag führte die Fachdiskussion des letzten Fachtages weiter und stellte erste Ergebnisse des Projektes "Heilpädagogik in Regelschulen" vor.

Viele Lehrer wünschen sich im System Schule eine Fachkraft, die die Kinder mit einem anderen (heilpädagogischen) Blickwinkel betrachtet und zusätzlich oder als ergänzendes Angebot im Klassenverband eingesetzt wird. Auch im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen ist es dringlich, nach Wegen zu suchen, wie Integration und Inklusion vor Ort noch besser gelingen können.

Heilpädagogen als "normale Ausstattung" in den Regelschulen

Auf dem Fachtag stellte Schulleiter Michael Kreisel eine Broschüre vor, innerhalb dessen die Ergebnisse des letzten Fachtages und das Projekt "Heilpädagogik in Regelschulen" dargestellt werden. Der Arbeitskreis des Projektes hat zu dem Thema einen Flyer entwickelt, der ebenfalls veröffentlicht wurde.
Als engagierte Verfechter eines leistungsfähigen Bildungssystems für alle zeigten sich der Landtagsabgeordneter Martin Güll und Prof. Dr. Heimlich, Inhaber des Lehrstuhls Sonderpädagogik der Ludwig-Maximilian-Universität München. Sie plädierten u.a. dafür, dass innerhalb der Regelschule auch Sonder- und Heilpädagogen – ähnlich wie Schulsozialarbeiter - als „normale Ausstattung“ dazu gehören.
Eine wichtige Voraussetzung für eine Schule mit „inklusiver Qualität“ könnte sein, dass verschiedene Berufsgruppen zum Wohl von Kindern und Jugendlichen zusammen arbeiten, so wie es die skandinavischen Länder erfolgreich vormachen. Die Schule solle sich weiteren Berufsgruppen öffnen und mehr Lern- und Lebensraum werden. Dafür müssten die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Schule neu denken

Veränderungen in der Gesellschaft und auch die Schüler selbst stellen die Regelschule heute vor große Herausforderungen. Die Aufgaben der Regelschule wachsen. Vor allem die neuen Ganztagsschulen haben den Anspruch sich entsprechend der Bedürfnisse und Interessen der Schüler zu gestalten. Schule wird immer mehr zum Lebensort.
In Deutschland ist man auf der Suche nach neuen pädagogischen Modellen. Hartmut von Hentig nennt dies: „Schule neu zu denken“. Bildungsforscher läuten einen Paradigmenwechsel ein und es erscheint notwendig, dass sich die Regelschule zusätzlichen Berufsgruppen öffnet.
Heilpädagogen können hier einen wertvollen Beitrag leisten. Der Berufsstand des Heilpädagogen bzw. der Heilpädagogin ist jedoch innerhalb der Regelschule viel zu wenig bekannt. Nur wenige wissen, dass es sich hierbei um erfahrene Fachkräfte handelt, die sich aufgrund von eigenem Engagement weiterqualifiziert und deren berufliche Kompetenzen der Regelschule viel zu bieten haben.