Akademie Schönbrunn
Lernen ist Veränderung

Psychopharmaka für Menschen mit Autismus – Muss, Kann oder Unsinn?

Autismus wird in den aktuellen psychiatrischen Klassifikations- und Diagnostiksystemen (ICD-10 und DSM-IV) definiert als „tiefgreifende Entwicklungsstörung“. Er stellt für sich genommen keine Indikation für eine medikamentöse, psychopharmakologische Behandlung dar. Wenn dennoch viele Menschen mit autistischen Störungen mit Psychopharmaka behandelt werden, hat dies im Wesentlichen zwei Gründe:
1. Neben der autistischen Störung können (zumindest in einer der Durchschnittsbevölkerung vergleichbaren Häufigkeit) weitere psychische (und gezielt psychopharmakologisch behandelbare) Störungen vorliegen.
2. Autismus kann – nach ICD-10 / DSM-IV – mit Begleitsymptomen (Schlafstörungen, Essstörungen, Wutausbrüche, Ängstlichkeit, Zwänge, Aggressionen) einhergehen, für die etablierte psychopharmakologische Behandlungsmöglichkeiten bestehen.
Für psychische Störungen, die nach den Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-IV zu diagnostizieren sind (psychotische Störungen, Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen), bestehen Behandlungsleitlinien, die auch auf Menschen mit autistischen Störungen übertragbar sind.
Für die aufgezeigten Begleitsymptome autistischer Störungen (die nicht den Kriterien einer „Störung“ im Sinne von ICD und DSM entsprechen) sollten in erster Linie heilpädagogische, psycho- und milieutherapeutische Behandlungsansätze gewählt
werden, die – wenn sie allein nicht zum gewünschten Erfolg führen – mit einer medikamentösen Behandlung kombiniert werden können. Im Rahmen der Fortbildung werden die in Frage kommenden Medikamentengruppen hinsichtlich ihrer erwünschten und unerwünschten Wirkungen vorgestellt und besprochen. Zu ihnen gehören Neuroleptika / Antipsychotika, Antidepressiva, Phasenprophylaktika / Stimmungsstabilisierer, Benzodiazepine und Stimulantien.

Diese Fortbildung kann auch als Baustein der Weiterbildung „Menschen mit Autismus verstehen und begleiten“ / 3. Komorbidität genutzt werden.

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Termin(e)

Mittwoch, 22. September 2010, 9 bis 17 Uhr

Kosten

€ 90,– (für FWS-Mitarbeiter / innen € 80,–)

zuzüglich Tagesverpflegung € 19,50 / Tag

DozentIn

Prof. Dr. med. Matthias Dose, Arzt für Psychiatrie, Psychotherapie, Ärztlicher Direktor des Isar-Amper-Klinikum, Klinik Taufkirchen, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von „Autismus Deutschland“, ambulante und stationäre Diagnostik und Therapie autistischer Störungen im Erwachsenenalter

Zielgruppe

Mitarbeiter / innen aus allen Bereichen, die mit Menschen mit Autismus arbeiten, und andere Interessierte

Teilnehmer

maximal 25 Personen

Anmeldung

bis 20. August 2010

 

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